Wofür braucht man eine Teilhaberversicherung?
Für den Fall, dass ein Gesellschafter stirbt. Sein Anteil geht an die Erben, die nach Gesellschaftsvertrag abzufinden sind. Ohne Vorsorge muss diese Summe aus dem laufenden Betrieb kommen — häufig durch Kreditaufnahme oder den Verkauf von Betriebsvermögen.
Wie unterscheidet sie sich von der Keyman-Versicherung?
Die Keyman-Versicherung fängt den wirtschaftlichen Ausfall einer Schlüsselperson auf — Umsatzrückgang, Suche nach Ersatz. Die Teilhaberversicherung finanziert die Abfindung der Erben. Beide Fälle können zusammen eintreten und schließen einander nicht aus.
Muss der Gesellschaftsvertrag angepasst werden?
In aller Regel ja. Die Versicherung stellt Geld bereit, die Abfindungsregelung im Gesellschaftsvertrag bestimmt, wie viel und an wen. Passen Summe und Klausel nicht zusammen, entsteht entweder eine Lücke oder eine unnötig hohe Prämie. Das gehört mit dem Steuerberater und dem Notar abgestimmt.
Was gilt steuerlich?
Die Behandlung von Beiträgen und Leistung hängt an der Vertragsgestaltung und daran, wer Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigter ist. Das ist keine Nebensache — wir stimmen die Konstruktion vor Abschluss mit Ihrem Steuerberater ab.
Wer sollte Versicherungsnehmer sein?
Das hängt vom Zweck ab und hat erhebliche steuerliche Folgen. Üblich sind zwei Wege: die Gesellschaft als Versicherungsnehmerin, oder die Gesellschafter versichern sich gegenseitig über Kreuz. Die zweite Variante vermeidet häufig, dass die Leistung als Betriebseinnahme versteuert werden muss. Die Einordnung im Einzelfall trifft Ihr Steuerberater; wir bereiten sie vor.
Ist auch der Ausfall durch Krankheit abgesichert?
Nur wenn ausdrücklich vereinbart. Viele Verträge decken allein den Todesfall. Ein Gesellschafter, der dauerhaft berufsunfähig wird, löst wirtschaftlich dieselbe Frage aus — die Abfindung wird fällig, ohne dass eine Todesfallleistung greift. Wir prüfen deshalb immer beide Auslöser.
Wie hoch sollte die Summe sein?
Sie sollte der im Gesellschaftsvertrag vereinbarten Abfindung entsprechen, nicht dem Bilanzwert. Maßgeblich ist das dort festgelegte Bewertungsverfahren, häufig ein Ertragswertverfahren. Weil Unternehmenswerte steigen, gehört die Summe regelmäßig überprüft — sonst reicht sie im Ernstfall nur für einen Teil der Abfindung.
Was passiert, wenn ein Gesellschafter ausscheidet, ohne zu versterben?
Dann greift die Todesfallabsicherung nicht, die Abfindung wird aber trotzdem fällig. Für den freiwilligen Austritt braucht es deshalb eine andere Lösung — etwa eine vertraglich vereinbarte Ratenzahlung oder eine ansparende Vorsorge. Wir trennen diese beiden Fälle bewusst, weil sie unterschiedliche Instrumente verlangen und regelmäßig vermischt werden.
Wie oft sollte die Versicherungssumme überprüft werden?
Mindestens bei jeder wesentlichen Veränderung: Gesellschafterwechsel, größere Investition, deutliches Umsatzwachstum, Änderung des Bewertungsverfahrens im Gesellschaftsvertrag. Weil Unternehmenswerte über die Jahre steigen, veraltet eine einmal festgelegte Summe schnell — und reicht dann nur für einen Teil der Abfindung.
Was kostet eine Teilhaberversicherung?
Der Beitrag hängt von Alter und Gesundheitszustand der Gesellschafter und von der Versicherungssumme ab. Weil es eine reine Risikoversicherung ohne Sparanteil ist, fällt er niedriger aus als bei kapitalbildenden Lösungen. Eine konkrete Zahl nennen wir erst nach Ihren Angaben.
Brauchen GmbH-Gesellschafter eine Teilhaberversicherung?
Nicht zwingend, aber sie ist sinnvoll, wenn Anteile vererbbar sind und der Gesellschaftsvertrag eine Abfindung der Erben vorsieht. Dann entscheidet der Vertrag, ob die Erben Gesellschafter bleiben oder ausbezahlt werden, und die Versicherung finanziert diese Auszahlung.
Ist ein Teilhaber dasselbe wie ein Gesellschafter?
Im Alltag meist ja. Teilhaber ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Mitinhaber, Gesellschafter der rechtliche Begriff für jeden, der an einer Gesellschaft beteiligt ist. Rechte, Haftung und Abfindung bestimmen sich nach der Rechtsform und dem Gesellschaftsvertrag.
Was passiert mit dem Anteil, wenn ein Gesellschafter stirbt?
Das regelt der Gesellschaftsvertrag. Er legt fest, ob die Gesellschaft fortgeführt wird und ob und wie die Erben abgefunden werden. Ohne passende Absicherung muss die Abfindung aus dem Betrieb kommen; die Teilhaberversicherung stellt dafür das Geld bereit.
Kommen Sie für ein Erstgespräch in unseren Betrieb?
Im Raum Köln, Bonn, Düsseldorf und Leverkusen regelmäßig — viele Risiken sieht man erst vor Ort: Lager, Maschinen, Abläufe, Zufahrten. Außerhalb des Rheinlands starten wir per Video und kommen dann, wenn die Sache es erfordert. Sie erreichen uns unter 0221 169205 99.
Kennen Sie sich mit Betrieben aus dem Rheinland aus?
Ja — Handwerk, Gastronomie, Praxen, Agenturen und produzierender Mittelstand zwischen Köln, Bonn, Düsseldorf und Leverkusen sind unser Alltag. Der Vorteil: Viele Risiken erkennt man erst, wenn man Betriebe dieser Art schon von innen gesehen hat.